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INTERWIEV MIT HEIRI SPÜHLER |
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Geschrieben von: Heidi Wieder
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Montag, den 05. Dezember 2011 um 21:10 Uhr |
Der muntere Senior, welcher unter anderen mit seiner Schwester Vreni das Pflegeheim Steckborn bewohnt, reagiert erfreut auf meinen unangemeldeten Besuch. Heiri kann auf 91 bewegte, intensive Jahre zurückschauen.
Da sich Unterhaltung liegend nicht gut anfühlt, lässt sich Heiri bereitwillig von der aus Finnland stammenden Pflegerin, wie er mich gleich aufklärt, vom Bett auf einen Stuhl transferieren. Nun bin ich aber gespannt. Heiri, welche weihnachtliche Erinnerungen hast du aus deiner Kindheit? Gute. Wir sangen viel, meine Mutter schmückte den Baum. Über welches Geschenk hast du dich besonders gefreut? Über Schlittschuhe, aber ich wurde nie ein Künstler. (schmunzelt) Wie hast du Weihnachten gefeiert, als du selber eine Familie hattest? Mit meiner Tochter Heidi habe ich eine Stunde lang gesungen. Ich spielte auch Blockflöte, aber nicht nach Noten. Ein Sohn schätzte es nicht, wenn gesungen wurde.-Auf den Tisch kam ein gutes Fleisch, ein Schinken mit Kartoffelsalat. Welche Bedeutung hat dieser Feiertag heute für dich? Jesu Geburt. Die ist wichtig. Aber es ist heute nicht mehr das gleiche. Wie möchtest du dieses Jahr feiern? Ich freue mich, wenn die Jungen kommen, um zu singen. „Stille Nacht“ ist mein Lieblingslied. Singst du mit? (nickt energisch) Sicher. Auch in der Gemeinde. Was würdest du denn gerne auspacken? Ein Buch von den Bergen. Heiri teilte mit mir etliche fröhliche Erinnerungen, aber auch die sehr schmerzliche Erinnerung des Freitodes seines unter Schwermut leidenden Sohnes. Trotz allem verfügt unser ältester Gottesdienstbesucher über einen erstaunlichen Lebensmut. Nachdenklich liess ich ihn im kleinen Zimmer zurück. Unser Herr schenke dir noch viele schöne Augenblicke, Heiri!
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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 05. Dezember 2011 um 21:21 Uhr |