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Chrischona-Steckborn
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Der Montagmorgen mit Jesus und der Blick über den Gartenzaun hinaus PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Lisbeth Leibundgut   
Mittwoch, den 25. Januar 2012 um 17:48 Uhr
Jahrelang stand ich am Montagmorgen vor einer Schulklasse. Das war für mich ein ganz schöner Wochenbeginn. Meist war es ganz ruhig, da die Kinder noch etwas müde waren, doch die neue Woche mit biblischen Geschichten, mit Jesus zu beginnen, war für mich eine schöne Erfahrung. Am Montagmorgen erzählen was Jesus in unsern Leben für Auswirkungen haben kann, ist eine faszinierende Aufgabe. Und doch gab es auch jene Montage oder Donnerstage wo es nicht so ruhig und friedlich lief. An denen ich im Religionsunterricht mit Disziplinproblemen zu kämpfen hatte. Wo ich von Eltern als Lehrperson in Frage gestellt wurde, weil ich den Religionsunterricht nicht nach ihren Vorstellungen möglichst neutral gestaltete. Wie verhalte ich mich da, wie gehe ich mit Schwierigkeiten im Alltag um? Ist dann mein Glaube, mein Vertrauen auf Gott auch noch alltagstauglich? Sind dann meine Reaktionen auch noch vereinbar mit meinem Glauben? Gelingt es mir, mein Verständnis von Jesus so zu vermitteln, dass es auch jene nachvollziehen können, für die Glaube eher fremd ist? Gelingt es mir, mich nicht weltfremd zu verhalten? Andere Gedanken, die mich bewegen .… In welchen Kreisen bewege ich mich? Welche Menschen umgeben mich? Am Einfachsten ist es wohl, sich dort zu bewegen, wo man sich kennt, wo die Ansichten und Meinungen klar sind, wo ich mich nicht allzu stark hinterfragen lassen muss. Oft bewegen sich gerade Christen am liebsten in ihrem frommen Garten, dort ist es ganz heimelig und angenehm gemütlich. Da muss ich mich nicht kritisieren lassen und mich auch nicht mit schwierigen anderen Meinungen auseinandersetzen. Wir sollen ja eins sein!! Ich weiss, das tönt etwas provokativ und doch erlebe ich es manchmal so. Ich selber bin eher unkritisch und es bereitete mir lange Mühe, mich mit eher kritischen Menschen auseinander zu setzen. Doch lernte ich auch, wie befruchtend und manchmal auch befreiend kritische Äusserungen von Mitmenschen sein können. Sie helfen mir auf die andere Seite zu schauen, mich auch mit mir ungewohnten Ansichten zu befassen. Sie geben mir einen Blick über meinen eigenen Gartenhag hinaus. Die Auseinandersetzung mit mir nicht so geläufigen Meinungen, gibt mir auch die Möglichkeit, andere Ansichten und Ideen kennen und vielleicht auch verstehen zu lernen. Dies wiederum gibt mir eine Weite, die auch in die Freiheit führt, die wir in Christus haben. Dieser Blick bewahrt mich davor, als Christin weltfremd zu werden. Er hilft mir, meinen Glauben alltagsrelevant zu leben. Er hilft mir, als Christin mutig etwas Salz in den Alltag zu streuen.


Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 25. Januar 2012 um 17:57 Uhr
 

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