| Wenn ich Gott nicht erfahre... |
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| Geschrieben von: Jim Bühler |
| Dienstag, den 11. Mai 2010 um 09:05 Uhr |
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Als evangelikale Freikirche betonen wir, dass unser Glaube nichts Theoretisches bleiben darf. Wir reden über Gott. Wir möchten wissen, an wen wir glauben, wir möchten mehr verstehen, wie Gott ist, wer Gott ist, was Gott denkt und tut. Dabei ist es uns wichtig und das betonen wir gerne... Wenn ich viel über Gott weiss, heisst das noch nicht, dass ich ihn kenne. Wir sagen: Da ist mehr drin. Man kann in Jesus Christus mit Gott eine persönliche Beziehung haben. Davon sprechen wir doch viel. Während andere Denominationen vorsichtiger vom Glauben reden – sagen wir, wir hätten eine persönliche Beziehung zu Gott. Eine Beziehung ist erfahrbar. Gott ist erfahrbar. Wir können Gott erfahren. Und davon sind wir doch überzeugt. In Glaubensgesprächen begegnet es mir noch oft, dass mir Menschen sagen: Wenn Gott sich zeigen würde, wenn ich Gott wahrnehmen, erfahren und erleben könnte, dann würde ich glauben. Wenn ich jetzt ein übernatürliches Wunder erfahren würde, dann würde ich glauben. Nun geht es im Glauben, wie in einer Beziehung auch darum, Vertrauen zu schenken. Das Vertrauen muss natürlich einen festen Grund haben. (in der Liebesbeziehung Freundschaftszeit zum prüfen) In der Glaubensbeziehung ist es das Opfer von Jesus Christus – wenn da einer ist, der so viel für mich übrig hat, dass er für mich leidet und in den Tod geht, dann ist das für mich die Begründung für mein Vertrauen in Jesus. Und dann beginnt ein Mensch ein Leben mit Jesus und erfährt Befreiung von Schuld und Sünde und das ist so befreiend und so entlastend. Und dann erleben wir so frisch bekehrte Jesus-Leute mit so einer ansteckenden Begeisterung für Jesus. Sie erfahren, wie da der Heilige Geist eingezogen ist und ihr Leben neu macht..... Und dann nach einigen Jahren... oft etwas abgekühlt... eingerichtet, installiert... Man hat sich daran gewöhnt. Man hat vielleicht auch Enttäuschungen erlebt. Da und dort wurden Umstände schwieriger als besser. Und man kämpft gegen sündhafte Muster und irgendwann resigniert man.... Aber auch als Nachfolger von Jesus möchte ich Gott erfahren. Ich erlebe es immer wieder in der Teenager-Arbeit (Teens sind ehrlich), dass mir junge Leute sagen: Ich erfahre Gott nicht. – Glaubens-Krise... Und dann sind sie noch etwas skeptisch. Wir erzählen uns Zeugnisse, wie wir Gott erlebt haben und ein Teenager sagt: Mann – du hast gebetet und sagst dann, dass Gott dir einen Parkplatz geschenkt hat – das ist für mich kein übernatürliches Ereignis – Tausende Leute finden Parkplätze, ohne dass sie beten. Und wenn wir nach Erlebnissen mit Gott fragen, dann möchte ich taufrische Erlebnisse und Erlebnisse, wo ich wirklich spüre, dass hat Gott gemacht, das ist kein Zufall – von heute, von gestern, aber nicht von vor 10 Jahren... Teenager sind so ehrlich, dass sie solche Sachen aussprechen, was Erwachsene manchmal denken, aber sich verbieten zu denken. Und ich selber kenne auch so Phasen in meinem Leben mit Gott, wo ich das Gefühl habe: Gott wo bist du? Du bist so weit weg! Warum schweigst du? Ich möchte den Himmel offen sehen. Ich möchte über Steckborn den Himmel offen sehen! Kennst du das? Kennst du dieses Gefühl – ich möchte Gott erleben. Eine tiefe Sehnsucht nach mehr. Immer mehr von dir.... Herr ich möcht no meh mit dir erläbe.... VORBEMERKUNG: Ich bin mit dieser Fragestellung an die Bibel herangegangen.... Ich präsentiere euch Beobachtungen, mein Denkprozess aber das ist alles nicht fertig.... Und ich denke es wäre gut, wenn du dieses Thema mal mitnehmen könntest in deine Kleingruppe. Gotteserfahrungen können schmerzhaft sein Wenn wir sagen, wir möchten Gott erfahren, dann müssen wir uns heute die Frage stellen: „Wonach sehnen wir uns wirklich?“ Jesaja 6 – Jesaja darf hinter den Horizont sehen. Es ist zunächst erschreckend und schmerzhaft.... Wenn wir uns sehnen nach Gotteserfahrung, dann müssen wir wissen, das kann uns brechen, das wird eine Zerbruchserfahrung – ich passe nicht zu diesem Heiligen Gott! Und bei Jesaja kommt dann die Reinigung seiner Lippen mit einer glühenden Kohle. Und das lesen wir, das tönt so poetisch zauberhaft. Aber Leute: eine glühende Kohle das ist schmerzhaft. Wenn Gott uns läutert, dann kann das weh tun. Und da ist die Frage wonach sehnen wir uns wirklich? Sehnen wir uns nach unserem persönlichen Glück, nach dem religiösen Kick und dem spirituellen Spiel oder sehnen wir uns nach Gott. Wenn wir Gott erfahren in seiner Heiligkeit, dann ist das nicht nur lustig, sondern kann sehr schmerzhaft sein. Weil Gott uns konfrontiert mit unserem Wesen, mit unserer Selbstsucht, mit unserer Verdrehtheit, mit unserer Perversion... Und da kommen wir zu dem Schmerz, der uns dazu bringt, von uns weg zu sehen, und Gott zu suchen. Weil dann nur noch ER helfen kann. Siehe auch der Fischzug von Petrus: „Geh weg von mir....“ Wenn uns Gott in seiner Heiligkeit begegnet wird es ungemütlich. Wenn du Gott brauchst, nur um dich ein bisschen besser zu fühlen, dann solltest du die Finger davon lassen. Dann machst du besser einmal Wellness-Ferien. Ohne Glauben ist’s unmöglich, Gott zu gefallen Gott möchte Menschen, die mit ihm wandeln. (Bsp. Noah, Bsp. Hennoch) Dann ist das zu vergleichen mit einer Operation. Gott der Chirurg mit dem Skalpell in der Hand, der wartet, bis ich stillhalte, damit er das entfernen kann, was krank ist. Und während dieser schmerzhaften Behandlung merke ich, dass es mir immer mehr darum geht Gottes Ziele zu verfolgen, statt meine. Und ich werde sensibler darauf, wo es mir darum geht meine eigenen Ziele zu verfolgen. Mit Gott wandeln heisst, ihm vertrauen, dass er gut ist, ganz gleich was das Leben bringt, und mich weigern, meinen Wunsch nach Wohlergehen wichtiger zu nehmen, als den Willen, Gott zu ehren.
Die herausfordernde Frage lautet: Will ich wirklich Gott begegnen, habe ich einen Durst nach Gott? Will ich Gott ehren, ihm gefallen? Oder geht es mir nur darum seine Segnungen, seine Gaben, seine Geschenke abzuholen? Will ich Gott oder will ich nur die Geschenke? Ist Gott für dich nur ein Geschenk-Götti? Oder wandelst du mit Gott? Bist du ein Nachfolger?
Gotteserfahrungen sind oft unspektakulär und leise 1. Kön. 19,11 f. Gott spricht nicht im Sturm, nicht im Erdbeben, nicht im Feuer... Gott kommt in einem leisen Säuseln. Oft kommt Gott in der Stille. Gott liebt die leisen Töne. Gott spricht mit uns dann, wenn wir uns ihm öffnen, wenn wir mit ihm Zeit verbringen, wenn wir uns nicht ablenken und zerstreuen lassen. Wir sind in einer sehr lauten Welt. Die grösste Ressource in unseren Tagen ist nicht Öl oder Gold, sondern Aufmerksamkeit. Das ist das Geschäftsgeheimnis von Google. Alle und alles will meine Aufmerksamkeit. Informationen, Medien, Business, ... und und und.... Wir können uns wunderbar zerstreuen und Gott aus dem Weg gehen. Im Auto hören wir Radio. Zu Hause schieben wir eine DVD ein. Das Handy ist auch stets dabei. Nicht nur zum Telefonieren, sondern auch um jederzeit und überall Zugriff ins Internet zu haben. Facebook und Co absorbieren uns. Und ich möchte das alles nicht verteufeln. Aber wenn es schon in einer Ehe so Oasen braucht, wo man ungeteilte einander Aufmerksamkeit schenkt, dann sicher auch in deiner Spiritualität. Reservier dir täglich ein paar Minuten. Reserviere dir auch unter dem Jahr einmal ein paar Tage Stille, wo du mit Gott dein Leben betrachtest. Wenn das so ist, dass wir Gott vor allem in der Stille erfahren, dann müssen wir die Stille suchen. (TEAM-ABEND – STILLE IN GEMEINSCHAFT)
Gotteserfahrung in Gemeinschaft Die Bibel zeigt uns, dass Gott eine grosse Verheissung auf die Gemeinschaft legt. Es gibt individuelle Gottesbegegnung. Aber Gottes Verheissung ist es, dass da wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind, dass er da in besonderer Weise präsent sein will. Wo zwei in seinem Namen eins werden, da schenkt er. Dürre, Hitze gehören zum Menschsein – Christen haben Gelassenheit in der Hitze Jer. 17: Muster sitzen tief. Sie sind mit einem Diamantgriffel eingeritzt in unsere Herzen.... Der, der Gott ganz vertraut wird gesegnet. Die Hitze muss er nicht fürchten, weil er tiefe Wurzeln hat – am Bach steht. Genährt wird... Nur tiefe Wurzeln schützen vor dem Austrocknen... In Eph. 3,17 – In SEINER Liebe verwurzelt sein. Wer Wurzeln hat, der trocknet nicht aus, auch wenn ein Dürrejahr kommt.
Gottes Schweigen 1. Gott nimmt uns Ernst
2. Gottes Schweigen als Entwöhnung Gott nimmt uns von der Brust. Er führt uns in die Mündigkeit in die Verantwortung. Gottes Wort gilt. Ernähre dich. Vertraust du, glaubst du auch dann, wenn du nicht immer Sinneserfahrungen machst. Ist dein Glaube fest geworden, bist du fest geworden oder bist du noch ein Kind, das die Sinneserfahrung der Mutterbrust braucht. Reife Christen vertrauen, auch wenn die Sinneserfahrung ausbleibt. Sie glauben, sie vertrauen, sie stehen fest... Sie brauchen nicht ständig Erfahrungen.... Sie gründen auf das Wort Gottes. Du sagst in deinem Wort, ich nehme es für bare Münze, ich vertraue, dass es hält - auch wenn ich deine Brust nicht spüre...
Durchdringen In einem Predigertreffen da sprach einer über das Gebet. Und er sagte so etwas wie: Ich muss bei Gott durchdringen. Solange sich meine Gebete nur um mich drehen, dringe ich wie nicht durch. Ich bete solange, bis ich spüre, dass ich bei Gott durchdringe. Mir selber ist diese Betrachtungsweise irgendwie fern. Ich gehe davon aus, dass Gott gerne mit mir Beziehung hat und dass es im Gebet vor allem um Echtheit, Authentizität und nicht unbedingt um die richtige Technik geht. Und dennoch höre ich genau hin, wenn jemand aus seiner Spiritualität etwas preisgibt, denn ich möchte lernen. Ich möchte in meiner Spiritualität wachsen. Ich möchte mehr Intimität mit Gott. Also ich wusste nicht so recht, was ich damit anfangen soll... Was wenn meine Gebete bisher nie durchgedrungen sind??? Ich verwarf es wieder. Menschliche Machbarkeit, neocharismatische Gesetzlichkeit, usw... – Theologen kennen solche Schubladen. Letzte Woche in der Vorbereitung bin ich auf eine seltsame Geschichte gestossen. Sie steht in Matthäus 15,21-28. Da geht eine nichtjüdische Frau zu Jesus. Und Jesus benimmt sich ganz schnodrig. Man könnte auch sagen, er kennt seine Mission und lässt sich nicht davon ablenken Die Frau bleibt hartnäckig. Und schliesslich sagt Jesus: „Dein Glaube ist gross, was du erwartest soll geschehen.“
Leben mit dem Gott der redet Gott spricht. Johannes 10: ich bin der gute Hirte, kenne meine Schafe. Sie hören meine Stimme und folgen mir. Ganz selbstverständlich, natürlich... Gott ist wahrnehmbar. Und das ist nicht an eine Technik gebunden oder so... Da musst du nicht Verrenkungen machen oder zuerst drei Prophetieseminare besuchen. Rechne damit, dass der gute Hirte seine Schafe kennt und zu seinen Schafen reden will.
In Apostelgeschichte fällt mir auf, dass der Heilige Geist redet. Ich habe mich gefragt, wie redet der Heilige Geist in der Apg. Zu den Aposteln:
- praktisch und konkret - setzt die Apostel in Bewegung – es ging eigentlich immer um Beauftragung, Sendung - die Apostel mussten die Komfortzone verlassen - Jesus gehören, hören, horchen, gehorchen - Vollmacht kommt nicht aus der natürlichen Begabung, sondern weil sie dort wirksam sind, wo Gott es will....
Nach dem NT ist es selbstverständlich, dass Gott redet. Von Mose (Kiwo) heisst es, dass er Umgang hatte mit Gott, wie mit einem Freund. Das war im AT aussergewöhnlich. Aber ich glaube im NT ist das möglich, weil Christus uns nicht als Sklaven will, sondern als Freunde. Aber er will auch unser Hirte, unser Herr sein.
Christus hat uns mit seinem Blut für Gott erkauft, damit wir ihm dienen. (Offb. 5,9-10). Wir existieren wegen ihm; nicht er existiert für uns. Aber er macht uns nicht zu Sklaven... Was mit uns ist, ist ihm wichtig. Aber Gott ist wichtiger. Er lädt uns ein, eine Beziehung mit ihm zu leben – zu seinen Bedingungen. Er lädt uns ein, ihn zu suchen und er verspricht, wenn wir ihn von Herzen suchen, werden wir ihn finden. Und wir werden auch uns finden. Aber was heisst es, Gott von Herzen zu suchen? Grössere Anstrengung? Mehr Engagement in der Gemeinde? Eine längere Gebetsliste? Längere Stille Zeit? Nur noch christliche Musik hören? Weniger Konsum, mehr Verzicht? Weniger fernsehen? ......
Aber wenn wir nur unser Glück suchen, wenn wir mit etwas Religion uns selbst lieben und glücklich machen wollen, könnte es sein, dass wir enttäuscht werden. Solange unser Verlangen nach Gott nicht grösser ist, als jedes andere Verlangen, solange werden wir versuchen, unser Leben einzurichten nach unserem Geschmack, nicht aber nach dem Willen Gottes. Und Gott sagt dir heute morgen: Suchst du mich – suchst du mich – wenn es dir wirklich um mich geht – ich werde mich dir zeigen. Wenn es dir nur um dich geht und du mich dazu missbrauchst, könnte es sein, dass du enttäuscht wirst. A M E N |
| Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 08. Juli 2010 um 22:34 Uhr |
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